Pressemitteilungen

Rheinische Post, 14. September 2019


           https://rp-online.de/nrw/staedte/goch/waldorfschule-in-uedem-erhaelt-von-der-bezirksregierung-die-betriebsgenehmigung_aid-45802323


Punktlandung für die Waldorfschule

 



Punktlandung für die Waldorfschule

Nur wenige Tage vor dem Schulbeginn bekam die neue Schule in Uedem von der Bezirksregierung die Betriebsgenehmigung. 34 Kinder werden jetzt dort in den Klassen eins bis vier unterrichtet.

VON MARKUS BALSER



UEDEM/REES Vor 100 Jahren wurde in der Nähe von Stuttgart die erste Waldorfschule gegründet. Seitdem sind allein in Deutschland gut 250 weitere solcher Schulen hinzugekommen. Eine der jüngsten befindet sich in Uedem – und sie legte gleich zum Start eine Punktlandung hin: Gerade einmal zwei Tage vor Schulbeginn flatterte der Waldorf-Initiative Niederrhein-Aue endlich die ersehnte Genehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf für den Schulbetrieb ins Haus. Damit fiel auch offiziell der Startschuss für die erste Waldorfschule im Kreis Kleve.

 „Wir waren mit der Bezirksregierung in ständigem Kontakt und hatten zuvor auch schon eine mündliche Zusage für unseren Schulbeginn“, berichtet Judith Schmidt aus Rees-Grietherort, die zu jenen Eltern gehört, die vor rund zwei Jahren die Idee hatten, eine solche Schule im Kreis Kleve ins Leben zu rufen. Dass es tatsächlich so schnell klappte, freut sie natürlich umso mehr. 

Gründungslehrerin Nicole Fröhlich, die bisher 14 Jahre an der Waldorfschule in Dinslaken unterrichtete und in Sonsbeck wohnt, ist für die Klassen drei und vier zuständig, also hauptsächlich für Kinder, die bislang an Regelschulen unterrichtet wurden. „Viele von ihnen haben schon ein wenig gestaunt, dass wir zunächst einmal viel gesungen und gemalt haben“, beschreibt die Pädagogin die ersten Tage an der neuen Schule. Die steht in Uedem an der Meursfeldstraße und hieß früher Hanns-Dieter-Hüsch-Schule. Nach 50 Jahren wurde die Verbundschule in diesem Sommer geschlossen.

 In den Ferien hatten die Eltern die Räumlichkeiten für die Waldorfschüler hergerichtet. Es wurde viel gestrichen und auch neues Mobiliar angeschafft. Zum Beispiel die für die Waldorfschulen typischen Holzbänke, an denen die Kinder arbeiten können, während sie auf Kissen auf dem Boden sitzen. 

Ein wesentlich wichtigerer Unterschied zu den Regelschulen: Waldorflehrer unterrichten in Epochen. Das heißt, für einen gewissen Zeitraum wird das Nebeneinander der Fächer aufgehoben, um sich konzentrierter einem Unterrichtsgegenstand zu widmen. Außerdem ersetzen schriftliche Beurteilungen die Noten, die Schüler bleiben nicht sitzen. Zum Blockunterricht gehören Musik, Theater, Tanz, bildnerisches und handwerkliches Gestalten, Fremdsprachen ab dem ersten Schuljahr sowie später ein soziales und ein landwirtschaftliches Praktikum.

 Vier Lehrer sind derzeit in Uedem angestellt. Dazu gehört auch Jana Fröhlich. Die 26-Jährige, Tochter der Gründungslehrerin, unterrichtete bislang an der Freien Waldorfschule Aachen eine siebte und achte Klasse. Zusammen mit ihrem kleinen Hund Napoleon, der schon nach kurzer Zeit Liebling der Kinder wurde, ist sie jetzt in Uedem für die Klassen eins und zwei zuständig. Elf Kinder werden hier unterrichtet. 23 weitere sind in den Klassen drei und vier. 

Waldorfschulen sind Privatschulen, eine Art Kollektiv, das sich auch selbst verwaltet. Die Lehrer bestimmen zusammen mit den Eltern das Gehalt, entscheiden über die Baumaßnahmen oder Einstellungen. Die Eltern der Schüler zahlen Schulgeld, gestaffelt nach ihrem Einkommen. 

Die Schule in Uedem will weiter wachsen. Ihr Ziel ist es, nach und nach bis zur Klasse 13 vollzulaufen. Das ist möglich, weil auch an der Waldorfschule Mittlere Reife, Fachabitur oder Abitur erworben werden können. Dann greift allerdings auch das Notensystem.

Info: Anmeldung Anmeldungen für die Waldorfschule sind jederzeit möglich, auch für das laufende Schuljahr. Info und Kontakt unter www.waldorfinitiative-niederrhein-aue.de oder Tel.  01511 4386889. Am 5. Oktober findet eine offizielle Eröffnungsfeier mit geladenen Gästen statt. Für Samstag, 7. Dezember, lädt die Waldorfschule  alle Interessierten zum Tag der offenen Tür ein. 




 

 

 



Rheinische Post, 23. Sept. 2018

 

In guten Gesprächen

 

von Markus Balser

GRIETHERORT Auf dem Herbstfest der Waldorf-Initiative Niederrhein-Aue zeigte sich erneut das große Interesse aus dem gesamten Kreis Kleve an der Gründung einer solchen Schule. Anmeldungen gäbe es genug. Offen ist nach wie vor der Standort.

In Grietherort herrschte am Samstag ungewöhnlich viel Verkehr; die Waldorf-Initiative Niederrhein-Aue hatte zum Herbstfest geladen und viele Eltern aus dem gesamten Kreis Kleve kamen zum Hof von Judith Schmitdt und Valentijn Jansen. Wie berichtet, möchten Eltern die erste Waldorf-Schule im Kreis Kleve mit einem angegliederten Kindergarten ins Leben rufen. Zum Schuljahr 2019/2020 soll mit einer ersten Klasse und – je nach Bedarf – den Klassen 2 bis 4 begonnen werden. Die Schule soll jährlich wachsen und alle Abschlüsse bis zum Abitur in der Klasse 13 ermöglichen.

In der Initiative sind viele Eltern aus Rees, Emmerich, Kalkar und Kleve engagiert. Sie sind guter Dinge, dass es mit der Schulgründung klappt: Vor dem Herbstfest lagen schon 40 Anmeldungen für die Schule vor, nach dem Fest waren es noch fast 20 mehr. Ein Trägerverein ist kurz vor der Gründung, einen Förderverein, mit dem man die Initiative finanziell unterstützen kann, gibt es bereits.
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Die Frage, die jetzt noch zu klären ist: Wo soll die Schule entstehen? Das steht noch nicht fest. „Wir sind in guten Gesprächen“, sagt dazu Judith Schmidt von der Waldorf-Initiative. Links- und rechtsrheinisch wurden bereits Gespräche mit Kommunen und Privatleuten geführt. In Kürze soll es auch einen Termin bei der Bezirksregierung geben. Die Initiative ist zuversichtlich, dass dann auch eine Entscheidung fällt.

Auf dem Herbstfest in Grietherort war auch Gründungslehrerin Nicole Fröhlich dabei. Die Pädagogin, die seit 15 Jahren auf der Waldorfschule in Dinslaken unterrichtet, soll die ersten Waldorf-Kinder im Kreis Kleve im kommenden Schuljahr als Klassenlehrerin unterrichten und sie, gemäß dem Waldorf-Konzept, von der ersten bis zur achten Klasse begleiten. Sie gab Eltern eine Kostprobe aus ihrem Unterricht, die sich im so genannten Formenzeichnen versuchen durften. Ein Unterrichtsfach, das auf der Waldorfschule Kinder ab der ersten Klasse zunächst mit ganz simplen geraden und krummen Linien vertraut macht und sie, nach und nach, an immer kompliziertere, geometrische Formen heranführt. Der Praxistest zeigte: Was Viertklässler schaffen, gelang Eltern nicht immer gleich im ersten Anlauf. Diese Art des Unterrichts soll Kinder auf spielerische Weise an das Fach Geometrie heranführen. „Es fördert zudem die geistige Flexibilität der Kinder“, erklärte Nicole Fröhlich.

Die Lehrerin erläuterte interessierten Eltern zudem die Unterrichtskonzepte der Waldorfschule. „Wir gehen davon aus, dass alle Kinder lernen wollen. Der Waldorf-Unterricht soll die persönliche Entwicklung eines jeden Kindes berücksichtigen“, erklärte sie die grundlegende Idee des Waldorfgründers Rudolf Steiner.

Im Anschluss konnten die Eltern Fragen stellen. Sie reichten von der Finanzierung (87 Prozent der Kosten werden vom Land getragen, für den Rest müssen die Eltern aufkommen) bis zu Detailfragen, wie es mit dem Schülertransport aussieht.

Diese Frage kann natürlich erst geklärt werden, wenn fest steht, wo die Schule entstehen wird. Die Initiative hofft, dass dies bald der Fall ist.


Rheinische Post, 18. April 2018

Auf einem guten Weg

 

von Markus Balser

Emmerich. Beim Frühlingsfest der Waldorf-Initiative in Grietherort zeigte sich, dass das Interesse an einer Waldorf-Schule groß ist. Ziel soll zunächst eine Grundschule sein, langfristig wäre auch Unterricht bis Klasse 12 möglich.

Für Kinder gab es am Samstag auf dem Hof von Judith Schmidt und Valentijn Jansen in Grietherort jede Menge zu tun: ein gutmütiges Pony, auf dem aufgesessen werden konnte, ein Baumhaus, das auf kletternde Besucher wartete, eine Feuerstelle, an der Stockbrot gebacken werden konnte, ein kleines Kinderdrehkarussell aus dem Fundus von Gerfried Schell und Kreativangebote - für all das hatte die Initiative gesorgt, die möglichst zum Schuljahr 2019/2020 eine Waldorfschule ins Leben rufen möchte.

Beim Frühlingsfest gab es allerdings nicht nur Unterhaltung und Kaffee und Kuchen, sondern auch viele handfeste Informationen für Eltern, die darüber nachdenken, ihr Kind auf eine Waldorfschule zu schicken. Das Kernteam der Initiative, das mittlerweile auf 15 angewachsen ist (aus fast allen Reeser Ortsteilen, Emmerich und Kleve), hatte sich bereits am Vormittag mit Matthias Braselmann getroffen, um Genaueres über die Rahmenbedingungen zu erfahren, die nötig sind, um eine Waldorfschule ins Leben rufen zu können.

Braselmann ist ein Waldorf-Lehrer, der überregional auch als Gründungsberater für Waldorfschulen in Erscheinung tritt. Sein Rat an die Grietherorter Initiative: "Nach Möglichkeit die neue Schule langfristig auch bis zur Klasse 12 planen."

Das kurzfristige Ziel der Eltern der Reeser Initiative ist aber jetzt erst einmal eine Schule, die im übernächsten Schuljahr mit den Klassen 1 und 2 starten soll. Der Unterricht kann klassenübergreifend gegeben werden. Dafür sind 20 Kinder die Voraussetzung. Mittelfristig wird die Aufstockung der Schule bis Klasse 8 ins Auge gefasst. Als Schulgebäude könnte zunächst der umgebaute Hof von Judith Schmidt und Valentijn Jansen dienen.

Wie der Unterricht dort aussehen könnte, darüber informierte Sarah Traupe. Die Pädagogin, die in Dinslaken an der dortigen Waldorfschule eine dritte Klasse betreut, erläuterte interessierten Eltern den Schulalltag an einer Waldorfschule. Der Hauptunterschied zu einer Regelschule: Bis zur Klasse 10 gibt es keine Noten, auch können Kinder nicht sitzen blieben. Gute Lernerfolge gibt es aber trotzdem.

Sarah Traupe macht das an dem Konzept der Waldorfpädagogik fest, nämlich lernen mit "Kopf, Herz und Hand." Dabei sind beispielsweise nicht nur Rechnen und Lesen gefragt, sondern auch künstlerische und handwerkliche Aspekte. Aber auch die seelische Entwicklung eines Kindes soll berücksichtig werden. Sarah Traupe: "Kinder wollen lernen, wenn sie in die Schule kommen. Wir Lehrer dürfen ihnen den Spaß daran nicht kaputt machen."

In Grietherort wird jetzt erst einmal die Gründung der Schule in Angriff genommen. Momentan gibt es donnerstags den Spielgarten für Kinder ab fünf Monaten bis drei Jahre (10 bis 11.30 Uhr) und freitags die Kunst/Natur-Werkstatt für Kinder von drei bis fünf Jahren (mit Eltern) und für Kinder von fünf bis 12 Jahren (15.30 bis 17.30 Uhr) und parallel ein Elterncafé. Eltern, die an diesen Angeboten Interesse haben, können sich bei der Initiative gerne melden, genauso wie Eltern, die gerne mehr über die Waldorfschule erfahren wollen.

Hinweis: Unverbindliche Anmeldungen für den geplanten Schulstart 2019/2020 sind bereits möglich.

    INFO

    Abitur auch an Waldorfschule möglich

    Kontakt "info@waldorf-initiative@rees.de" oder Tel. 0151 1438 6889.

Abschluss: An einer voll ausgebauten Waldorfschule findet in Klasse 11 die zentrale Abschlussprüfung statt, die zum Abitur berechtigt. Die Abiturprüfung, die mit der anderer Schulen identisch ist, kann auch hier abgelegt werden.


NRZ, 16.4.2018

 

„Bei uns soll Lernen eine Schatzsuche sein“

 

von Stefanie Bleckmann

„Bei uns soll Lernen eine Schatzsuche und nicht eine Fehlerfahndung sein“, erzählte Judith Schmidt, Mitbegründerin der Waldorf Initiative Rees und Bewohnerin des Hofes, der nun zur Waldorfschule werden soll. Damit die Eltern und Kinder in der Umgebung auch über die geplante neue Schule Bescheid wissen, hat man am Samstag ein Frühlingsfest auf dem Hof der Familie veranstaltet.

„Bei uns soll Lernen eine Schatzsuche und nicht eine Fehlerfahndung sein“, erzählte Judith Schmidt, Mitbegründerin der Waldorf Initiative Rees und Bewohnerin des Hofes, der nun zur Waldorfschule werden soll. Damit die Eltern und Kinder in der Umgebung auch über die geplante neue Schule Bescheid wissen, hat man am Samstag ein Frühlingsfest auf dem Hof der Familie veranstaltet.

Schließlich soll genau hier die Schule entstehen. Da gab es für Groß und Klein viel zu entdecken: Die Großen konnten reichlich Informationen in einem Vortrag über Waldorfpädagogik aufsaugen. Dafür waren extra Pädagogen von der Waldorfschule in Dinslaken gekommen – diese erfahrenen Pädagogen wirken ebenso in der Schulgründung mit wie begeisterte junge Eltern. Die Kinder spielten lieber – und das über den ganzen Hof verteilt. Idylle in Grietherort!

Ob auf dem Pony reiten, am Baum klettern, Trampolin springen, lauthals Fangen spielen, hier ist für alles Platz. Aber auch im Bauernhaus konnten sich die Kinder vergnügen. Die „Kinder Kunst Natur Werkstatt“ hatte einiges für die Kinder bereitgestellt. Auch ein anderer Raum machte mit Weichbodenmatten und Kinderschminke Lust auf ein geplantes Zirkusprojekt.

Da gab es wirklich viel zu entdecken für Kinderaugen. „Wir möchten, dass die Kinder das, was sie lernen, auch erfahren und tatsächlich machen können. Besonders die Natur lässt sich hier richtig gut erforschen“, sagte Judith Schmidt mit einem Lächeln. Davon lebe schließlich die Waldorfpädagogik, dass Dinge selbst erfahren werden könnten und die Schulinhalte sinnvoll miteinander verknüpft sind. Mittlerweile soll es an die konkrete Planung der Schule und ihrer Ziele gehen – Begeisterte, die auch in der Schulgründung mitarbeiten möchten, seien immer willkommen.

Auch wer sich erstmal nur informieren möchte, kann sich für einen „Newsletter“ anmelden. Doch im Moment findet bereits freitags die Kinder Kunst Werkstatt statt – auch für die Großen ist ein Elterncafé organisiert. Dort sollen Waldorfpädagogen über das Vorhaben informieren. Zusätzlich findet Donnerstag ein „Spielgarten“ für die ganz Kleinen und ihre Eltern statt.

„Bis jetzt ist geplant, eine Schule bis zur achten Klasse aufzubauen, zum Schuljahr 2019/20 wollen wir mit unserem Vorhaben starten. Die Eltern können sich auch schon unverbindlich anmelden, damit wir einen Überblick haben, wie groß das Interesse ist“, erzählte Judith Schmidt.

Mehr Informationen erhalten Interessierte auf der Homepage www.waldorf-initiative-rees.de oder unter 015114386889.


Rheinische Post, 10.2.2018


Eltern wollen Waldorfschule gründen

 

Judith Schmidt mit ihrem Mann Valentijn Jansen und den Kindern

Melchor (8), Tobin (9), Juriaan (5), Aurelis (auf dem Arm) und Augusta (11).

FOTO: Markus van Offern

 

In Grietherort haben sich Eltern zusammengefunden, die zum Schuljahr 2019/2020 einen Ableger der Waldorfschule Dinslaken gründen wollen. Dort wird die Idee der Waldorf-Initiative Rees unterstützt. Es soll eine Grundschule werden. Von Markus Balser

Wird es in Rees in absehbarer Zeit eine neue Schule geben? Wenn es nach den Vorstellungen einer Familie aus Rees-Grietherort und anderen Eltern aus der Umgebung geht, könnte das schon ab dem Schuljahr 2019/2020 der Fall sein. Denn sie wollen dann nach Möglichkeit einen Ableger der Waldorfschule in Dinslaken gründen. Jetzt haben sie dafür die Waldorf Initiative Rees ins Leben gerufen.

Judith Schmidt und ihr Mann Valentijn Jansen haben selbst fünf Kinder, von denen drei die Waldorfschule in Dinslaken besuchen. Von Grietherort bis dorthin ist es ein langer Schulweg. So geht es auch etlichen anderen Eltern, deren Kinder dorthin fahren müssen, denn zum Kreis Kleve gibt es keine Waldorfschule, die näher liegt. Andere Eltern wiederum hält die große Entfernung sogar davon ab, ihr Kind auf eine solche Schule zu schicken. "Wir lösen das zum Teil mit Fahrgemeinschaften, aber das ist natürlich schon ein enorm hoher Aufwand", sagt Judith Schmidt. Bis nach Dinslaken sind es immerhin gute 40 Kilometer. Selbst wenn die B8 frei ist, braucht man dafür eine gute dreiviertel Stunde.

Warum also nicht selbst vor Ort eine Waldorfschule gründen? Eine Lehrerin gab dazu den Anstoß und Judith Schmidt nahm den Ball gerne auf. Denn die Räumlichkeiten dafür wären zumindest für einen Start der Schule bei ihr vorhanden. Ausreichend Platz bietet der alte, umgebaute Hof, auf dem sie in Grietherort mit ihrer Familie lebt. Dazu ein großer Garten, direkt am Rhein gelegen, im Umfeld gibt es mehrere Bauernhöfe. Ins Konzept der Waldorfschule, bei dem auch die Natur eine große Rolle spielt, würde das recht gut passen. Eine Dauerlösung soll die Schule im eigenen Haus allerdings nicht sein.

"Uns schwebt eine Art Zwergschule vor, so wie es sie früher überall auf dem Land gab", sagt Judith Schmidt. Demnach würde die Waldorfschule in Rees mit etwa 20 Schülern starten können. Die Klassen 1 und 2 würden dabei zusammen unterrichtet, ebenso die Klassen 3 und 4. Dafür wären ein Hauptlehrer und ein Fachlehrer nötig. Wer den Unterricht übernehmen würde, muss noch geklärt werden. Die Zusammenarbeit mit der Waldorfschule in Dinslaken, die den Ableger in Rees zum Beispiel mit gemeinsamen Projekten unterstützen würde, ist aber auf einem guten Weg. "Im Kollegium wurde darüber gesprochen und die Idee begrüßt", sagt Judith Schmidt. Ihr Wunsch ist es, die Schule ab dem Schuljahr 2019/20 starten zu lassen.

Judith Schmidt besuchte ab der neunten Klasse selbst eine Waldorfschule. Ebenso ihr Mann, dessen Eltern zudem auch Lehrer an einer Waldorfschule waren. Von den Ideen, die mit dieser Schulform verbunden sind, ist sie überzeugt. "Waldorfschulen beugen sich nicht so sehr dem Effizienzdruck. Sie gehen stärker auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes ein", findet sie. Dazu gehöre, dass im Unterricht ein breites Spektrum vermittelt werde, mit dem auch verstärkt die Sinne angesprochen würden. Zum Beispiel in den musischen oder handwerklichen Bereichen. "Alles in allem wird stark darauf geachtet, was das einzelne Kind braucht. Es wird dadurch gefördert, dass es in seiner gesamten Entwicklung betrachtet wird." Mitstreiter haben Judith Schmidt und ihr Mann bereits gefunden. Auch Familien aus Emmerich und Kleve würden ihre Kinder gerne in solch eine Schule schicken. Aber natürlich werden dafür noch mehr Eltern gebraucht.

Am kommenden Samstag, 17. Februar, soll daher ein erstes, unverbindliches Informationstreffen, ein Familienschnuppertag, stattfinden. Dabei geht es ums Kennenlernen. Es wird gebastelt, aber natürlich werden auch Fragen rund um das Waldorf-Konzept beantwortet. Los geht es um 15 Uhr bei Judith Schmidt, Grietherort 13.